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Vom Leistungsturnen über Umwege zum Yoga

Vom körperlichen her gibt es Überschneidungen - ansonsten könnte es nicht unterschiedlicher sein.

Auch wenn das Leistungsturnen (bis heute) noch eine große Leidenschaft von mir ist, selbst, wenn ich es nicht mehr aktiv ausübe, bin ich sehr dankbar meinen Weg im Yoga gefunden zu haben. Ich durfte beim Turnen sowohl Disziplin, mentale Stärke als auch Fokus lernen und darf diese Eigenschaften nun für meine weitere Reise mitnehmen, in der es mehr um innere Ruhe, Achtsamkeit und Hinspüren geht.

Kraftquelle Yoga und Coaching - Vom Leistungsturnen über Umwege zum Yoga

Der Beginn:

Seit ich denken kann, verbringe ich viel Zeit in der Turnhalle.

Angefangen mit dem Mutter-Kind-Turnen, in denen ich mich freute, wenn ich über einen Schwebebalken balancieren durfte. In der Folgestunde waren die "Großen" dran: Ältere Mädchen, die auf unterschiedlichen Leistungslevels trainierten. Nicht selten bettelte ich meine Mama an, noch länger bleiben und zuschauen zu dürfen.


Ab dann folgten einige Probestunden in allgemeinen Turngruppen. Dort wurden viele Spiele gespielt, was mich eher beängstigte.

Eines Tages übten wir einige Turnelemente am Boden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, da ich das Gefühl hatte, ein gewisses Talent dafür zu haben. Die Freude war unfassbar groß und so bettelte ich meine Mama erneut an, bei den "Großen" turnen zu dürfen.


Einige Zeit später wechselte ich in die Turngruppe meiner Mama, welche zwar noch im Breitensport angesiedelt ist, jedoch unter richtigem Geräteturnen lief.


Als ich ungefähr 7 Jahre alt war, sprach mich die Trainerin der Leistungsgruppe an, ob ich nicht wechseln möchte. Ich wusste, dass in der Leistungsgruppe um einiges mehr verlangt wurde und so überlegte ich mir die Entscheidung gut. Bleibe ich im sicheren Hafen, in der Stunde meiner Mutter oder wagte ich den Schritt in die Leistungsgruppe. Ich entschied mich für die Leistung... :)


Im Leistungsturnen:

Zu Beginn musste ich mir mühsam die Basics erarbeiten, wie z. B. das Aufwärm- oder Krafttrainingsprogramm. Schnell lernte ich neue Elemente dazu und konnte mich verbessern.

Wir trainierten 2x in der Woche an den Geräten und hatten einen weiteren Trainingstag mit reinem Krafttraining. Zusätzlich sollten wir zu Hause unser Krafttraining selbst durchführen. Dies wurde mit dem sogenannten "Krafttrainingszettel" genau kontrolliert, wie fleißig wir waren.


Als ich irgendwann älter wurde (mit ca. 12 Jahren) verstand ich so langsam den Sinn dahinter und zog meine Schlüsse daraus. Ich stellte fest, dass wenn ich mehr Krafttraining machte, ich mich zeitversetzt um ein paar Wochen sicherer beim Turnen fühlte. Ich hatte weniger Angst, konnte meine Leistung steigern und es machte allgemein mehr Spaß, weil ich mich sicherer fühlte. Mit dieser Erkenntnis hatte ich also meinen eigenen Erfolg in der Hand. War ich nach einem anstrengenden Tag am überlegen, ob ich mein Krafttraining noch machen sollte oder nicht, wusste ich meist auch die Antwort: Zähne zusammen beißen und trainieren!


Je mehr ich also für mein Training investierte, desto wichtiger waren mir auch die Wettkämpfe. Schließlich sollten sich meine Bemühungen ja auch lohnen. Ich erinnere mich noch an eine Situation, bei der ich sowohl am Sprung, als auch am Boden und Stufenbarren eine gute Übung absolvierte. Letztes und alles entscheidende Gerät war der Schwebebalken. Ich wartete bereits auf der Matte, bis die Kampfrichter*innen die vorherige Turnerin fertig gewertet hatten. Normalerweise rasten meine Gedanken immer: "Schaffe ich meine Sprünge? Hoffentlich klappt die ganze Drehung... Und das Rad und die Rückwärtsrolle erst..." Bis ich eines Tages beschloss, an gar nichts mehr zu denken. Und es hat funktioniert. Heute weiß ich, dass ich meditiert habe... :)


Im Jahr 2012 hatte ich das erste Mal die Chance auf den Stadtmeistertitel unserer Kleinstadt. Schon einige Wochen vorher trainierte ich jeden Abend (auch noch nach dem regulären Training) meine Basics. Da sich mein Körper schon recht deutlich meldete, wusste ich, dass dies die einzige Chance für den Titel sein würde.

Die ganze Vorbereitungszeit war sehr intensiv und anstrengend. Da niemand von meinen eigenständigen Zusatztrainings zu Hause wusste, ging ich den Weg alleine. Immer mit der Ungewissheit, dass ich mich vorher noch verletzten könnte oder am Wettkampf einen "Pechtag" hatte. Oft fragte ich mich, ob sich meine Anstrengungen lohnen würden. Insbesondere, wenn ich eigentlich schon fix und fertig war und mich trotzdem noch aufraffte zu trainieren.

Am Tag vor dem Wettkampf schmerzte mein rechter Knöchel bei jedem Sprung. Teilweise musste ich Akrobatikverbindungen mittendrin abbrechen, weil mir der Schmerz in den Fuß schoss.

Am Tag selbst ließ ich mir den Fuß tapen. Mein Knöchel war gestützt und ich konnte turnen. Allerdings fehlte mir auch Bewegungsspielraum und so kam es, dass ich beim ersten Gerät gleich beim Aufgang stürzte. Eine Welt brach in mir zusammen, denn einen Sturz kann man nur schlecht wieder aufholen. Ich überlegte kurz, ob ich überhaupt weiter turnen sollte. Meine Disziplin brachte mich noch bevor ich darüber nachdenken konnte, wieder auf den Balken zurück. Den restlichen Wettkampf gab ich mein allerbestes und turnte so gut ich konnte.

Uuund.... es reichte! :D Ich holte mir den Stadtmeistertitel, welcher mir aufgrund meines selbständigen Trainings auch heute noch sehr viel bedeutet.


Die Zeit danach:

Auch die anschließende Zeit konnte ich - trotz körperlicher Einschränkungen - sehr genießen. Ich genoss das Gefühl, als Stadtmeisterin trainieren zu dürfen.

Bis ich mich einiges Tages am Sprungtisch relativ stark im Rücken verletzte. Wie wir später herausfanden, hatte sich durch die Stauchung ein Wirbel verschoben, welcher sich entzündet hatte.


Diese Zeit war eine relativ schwierige Phase in meinem Leben. Ich war ca. 13 Jahre alt, hatte außer dem Turnen keine andere Leidenschaft und fiel somit in ein Loch. Außerdem hatte ich starke Rückenschmerzen.

Ich ging zwar dann gleich in eine Trainertätigkeit über, doch es war einfach nicht das Gleiche.


Einige Monate später konnte ich mich wieder aufraffen und begann wieder mit dem Krafttraining. Dieses war für mich zuvor sehr sinnlos gewesen. Bisher war ich es nämlich gewöhnt, speziell für das Turnen zu trainieren und nicht einfach nur so das Krafttraining zu absolvieren. Aber ich merkte, dass es mir gut tat.


Die Leistungsturnerin noch in mir, baute ich sehr schnell Muskeln auf und gewann mein Körpergefühl wieder zurück. Dies war noch in einem Alter, als ich noch nicht ins Fitnessstudio gehen durfte. Und so war es in meinem Umfeld schon etwas besonderes, so durchtrainiert zu sein.

Wie erwähnt war ich innerlich noch voll und ganz Leistungsturnerin. Und so übertrieb ich es maßlos mit dem Krafttraining. Ich gönnte mir keinen einzigen Tag Pause.


Bis sich eines Tages eine unbekannte Schwäche zeigte. Es folgte eine Erkrankung am Eppstein Barr Virus, dem Pfeifferischen Drüsenfieber, welches mich ganze 3 Jahre lang aus dem Leben katapultierte. Als die akute Krankheitsphase überstanden war, begann ich damit, mich aufrecht im Bett aufzusetzen. Das Laufen fiel mir allgemein sehr schwer. Und so kämpfte ich mich wieder zurück ins Leben.


Der erste Kontakt mit Yoga:

Als nach 2 Jahren immer noch keine Besserung in Sicht war und ich während der Ausbildung laufend krank war wegen immer noch den selben Symptomen, wurde ich auf der Psychosomatischen Station im Krankenhaus aufgenommen. In diesen 4 Monaten wurde mir eine "Tanztherapie" verschrieben. Worüber ich mich heute freuen würde, war für mich damals ein Graus. Glücklicherweise hatte die Therapeutin Erfahrung im Yoga und so praktizierte ich meine erste Yogaeinheit. Anschließend ging es mir super.


Als es mir irgendwann wieder besser ging, begann ich allerdings wieder mit dem Krafttraining.


Ich lernte meinen Mann kennen, der sehr ambitioniert im Fitness war und so schloss ich mich an. Und übertrieb es wieder maßlos... ;) Aber gut, ich war frisch verliebt :D


Wie Yoga dauerhaft in mein Leben kam:

Als mein Mann und ich uns kennenlernten, fand ich durch ihn meinen Weg in die Persönlichkeitsentwicklung. Und irgendwann hatte ich ein Buch über die Chakra-Lehre in den Händen. Zum ersten Mal erkannte ich, dass es im Leben noch um etwas anders geht als Leistung, Erfolg und Ehrgeiz. Von da aus ging es weiter mit Ayurveda und so war Yoga auch nicht mehr fern. Als ich nun die Zusammenhänge verstanden hatte, war Yoga gar nicht mehr weg zu denken.


Zu Beginn ordnete ich meine Yogapraxis nach den Körperbereichen, um zusätzlich zu meinem Krafttraining die passende Yogaeinheit praktizieren konnte. Ich war also immer noch mehr auf Leistung fixiert.

Je mehr ich über die Chakren und Ayurveda wusste, desto mehr erkannte ich die feinstofflichere Wirkung im Yoga. Allmählich konnte ich meinen Trainings-"zwang" loslassen und auf mein Körpergefühl hören. Das war mir bisher total fremd... Ich zweifelte noch einige Zeit, ob ich das tatsächlich zulassen könnte, ohne etwas zu verlieren. Doch ich wusste, dass dies der richtige Weg für mich ist. Ein Weg, der meine bisherige "Karriere" als Leistungsturnerin ausgleichen konnte. Ein Weg, der für meine Gesundheit sorgte. Ein Weg, in dem es nicht mehr um Leistung geht, sondern um innere Erfüllung, Harmonie und Leichtigkeit.


Yoga in meinem heutigen Alltag:

Und nun ist Yoga zu einem festen Bestandteil meines Alltages geworden. Dabei passe ich meine Yogapraxis genau so an, wie es sich für den Moment gut anfühlt. Das Ergebnis: Ein komplett neues Körpergefühl von Gesundheit, Harmonie, Stärke und Leichtigkeit.

Dennoch bin ich unfassbar dankbar für meine Zeit als Turnerin. Dort habe ich die notwendige Disziplin, Durchhaltevermögen und Willenskraft entwickelt, welche ich heute gezielt einsetzen kann.


Hier findest du eine passende 30-minütige Yogaeinheit für innere Ruhe und Achtsamkeit. Damit kannst du wunderbar deinen Ehrgeiz, Druck und Leistungsgedanken ausgleichen:


Brauchst du schnell für zwischendurch eine kurze Achtsamkeitspause? Dann nimm dir gerne 7 Minuten Zeit, um dich wieder mit neuer, ruhiger Energie und Achtsamkeit aufzuladen:







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