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Erkältungen vorbeugen mit Ayurveda und Yoga

Schon als Kind wurde uns in der Herbstzeit gesagt "Setz dir deine Mütze auf und zieh dir einen Schal an". Was uns als Kind vielleicht genervt hat, finden wir aber tatsächlich auch im Ayurveda wieder. Und natürlich hilft uns auch unsere Yogapraxis, unser Immunsystem anzuregen und Giftstoffe in den Atemwegen und Nebenhöhlen zu beseitigen.

Erfahre in diesem Blogartikel, wie du Erkältungen vorbeugen kannst mit Ayurveda und Yoga.

Kraftquelle Yoga und Coaching - Erkältungen vorbeugen mit Ayurveda und Yoga
 

Was ist Ayurveda?

Ayurveda ist ein ganzheitliches indisches Gesundheitssystem. "Ayur" bedeutet Leben und "Veda" heißt Wissen. Somit ist Ayurveda das "Wissen über ein langes Leben". Dieses Wissen wurde vor ca. 5.000 Jahren von der Natur, bzw. vom ganzen Universum, abgeleitet. So besteht das ganze Universum aus den 5 Elementen, die in unzählig verschiedener Zusammensetzung vorherrschen. Daraus setzen sich wiederum die 3 Doshas (=Konstitutionstypen) zusammen:

  • Vata besteht aus den Elementen Luft und Raum und steht für das Bewegungsprinzip; zeigt sich in Atmung, Bewegung und dem Nervensystem

  • Pitta besteht aus den Elementen Feuer und Wasser und steht für das Umwandlungsprinzip; zeigt sich in Verdauung, Stoffwechsel, Umwandlung und Blutkreislauf

  • Kapha besteht aus den Elementen Wasser und Erde und steht für das Stabilitätsprinzip; zeigt sich in Form und Gestalt von Knochen, Haare, Zähnen und Nägeln

Jedes Dosha hat bestimmte Eigenschaften, die im Ungleichgewicht Beschwerden auslösen können. Wichtig dabei ist, das alles aus diesen 3 Doshas besteht, auch wir Menschen. Nur bei jedem ist die individuelle Zusammensetzung anders. So gibt es Menschen, die überwiegend Pitta-Anteile in sich haben. Wenn diese Menschen, zusätzlich zu ihrem starken inneren Feuer, noch oft scharf essen, geriet der ganze Organismus ins Ungleichgewicht und es könnten sich z. B. vermehrt Entzündungen bilden. Im Ayurveda wird grundsätzlich durch entgegengesetzte Eigenschaften ausgeglichen. So sollte ein Mensch, der viel Pitta in sich trägt, Hitze meiden und vermehrt kühlende Lebensmittel zu sich nehmen, z. B. Kokos, Minze, Spinat oder grüner Blattsalat.


Zusammengefasst kann man sagen, dass jedes Dosha seine individuellen Eigenschaften hat. Kein Dosha ist dabei gut oder schlecht. Jedes hat seine individuellen Eigenschaften, so haben Menschen mit hohem Kapha-Anteil eine bessere Ausdauer und Durchhaltevermögen. Wenn das Dosha aber aus dem Gleichgewicht gerät, kann es zu vermehrter Fetteinlagerung kommen und die oft liebevoll, herzlichen und gemütlichen Menschen werden etwas runder... :)


Nun gibt es im Ayurveda auch 3 verschiedene Jahreszeiten, die den Doshas entspricht:

  • März bis Juni = Kapha

  • Juli bis Oktober = Pitta

  • Oktober bis Februar = Vata

Wenn wir uns nun die aktuelle Jahreszeit anschauen, stellen wir folgendes fest:

  • grundsätzlich kann jeder Jahreszeitenwechsel unsere Vata-Qualitäten verschlimmern, doch besonders der Wechsel von der Pitta-Zeit in die Vata-Zeit verstärkt sich (da wir ja zusätzlich zum Wechsel, was für Vata steht, auch noch in die Vata-Zeit wechseln)

  • das Positive daran ist, dass wir im Gegensatz zum heißen Sommer wieder mehr Energie und Vitalität haben (sollten)

  • Überempfindlichkeit der Vata-Eigenschaften, z. B. Kälte, Atemwegsinfektionen, Schlaglosigkeit, trockene Haut, Unentschlossenheit und Angstzustände

Menschen mit viel Vata haben bereits diese Eigenschaften vermehrt in sich. Und so verstärken sich diese Eigenschaften, wodurch der Körper und der Geist leichter ins Ungleichgewicht kommen.


Für den Moment ist es noch gar nicht entscheidend, welches Dosha bei dir vorherrschend ist. Viel eher geht es darum, die Eigenschaften des Herbstes auszugleichen. Und das trifft auch auf mich, als absoluten Pitta-Menschen zu. Und wie ich feststelle, hätte ich die nachfolgenden Tipps wohl selbst besser beachtet und wäre nun nicht mit einer dicken Erkältung belastet... :)


Ayurveda setzt dabei einen klaren Fokus auf das alltägliche Leben. Vorbeugen statt eine bereits ausgebrochene Krankheit zu heilen. Und so sind die nachfolgenden Tipps auf einen "ganz normalen" praktischen Alltag ausgerichtet:

  • mit wärmenden Speisen die Kälte ausgleichen

  • auch besser warme Getränke zu sich nehmen als gekühlte

  • den Halsbereich schützen (Schal)

  • beim heizen evtl. Luftbefeuchter nutzen

  • sich warm halten und Zeiten der Ruhe und Entspannung in den Alltag einbauen

  • auch kann die ein oder andere Routine im Alltag für mehr Sicherheit sorgen

Wenn die Erkältung bereits da ist und wir verschleimt und verrotzt sind, drängt sich Kapha in den Vordergrund. Die Folge:

  • Hals, Nase, Nebenhöhlen, Bronchien sind verschleimt

  • wir sind träge, müde, fühlen uns schwer

Als Ausgleich empfiehlt Ayurveda regelmäßige Bewegung, natürlich nur in dem Maße, wie sie einem bei einer Erkältung gut tut. Von starren Routinen abweichen und öfters etwas Neues ausprobieren um so Körper und Geist zu aktivieren. Und am besten keine schleimbildenden Lebensmittel zu sich nehmen. Dazu gehören z. B. Kaffee, süße Speisen, Alkohol, Milchprodukte und frittierte Speisen. Besser wären Lebensmittel der folgenden Geschmacksrichtungen:

  • bitter: Salate, Endivien, Radicchio, Spinat, Artischocken, Kohl, Chicorée, frische Kräuter, Kurkuma, Bockshornkleesamen, Bockshornkleeblätter, Kaffee, Salbeitee

  • scharf: Chilischoten, rote Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Rettich, Rucola, Radieschen, Chili/Cayennepfeffer, Pfeffer, Senfkörner, Gewürznelken

  • adstringierend: Kichererbsen, grünen Bohnen, getrockneten gelben Erbsen

 

Wie kann uns Yoga helfen?


Asanas:

Rotationen helfen, Altes loszulassen und sich Neuem zuzuwenden. Außerdem aktivieren sie das Immunsystem. Genau, was wir in der Herbstzeit gut gebrauchen können.


Variante Krokodil dynamisch:

Du liegst auf dem Rücken und hast deine Beine angewinkelt. Dein Kinn strebt Richtung Brustbein. Atme vorbereitend ein und mit der Ausatmung kippe deine beiden Knie vorsichtig auf eine Seite, den Kopf in die gegenüberliegende Richtung. Mit der Einatmung kommst du wieder zurück in die Mitte und mit der Ausatmung auf die zweite Seite.

Als Ausgleich kannst du ins Päckchen (Apanasana) kommen und die Beine gebeugt zu dir ran ziehen. Schaukle gerne auf deinem Kreuzbein hin und her.

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Gedrehtes Nadelöhr:

Du liegst auch hier auf dem Rücken und hast die Beine angewinkelt. Klappe von hier dein rechtes Knie nach außen, sodass du deinen rechten Fuß (geflext) auf deinem linken Oberschenkel ablegen kannst. Umgreife mit beiden Händen deine linke Oberschenkelrückseite. Achte darauf, dass du ganz mittig auf deinem Kreuzbein liegen bleibst. Nimm hier gerne ein paar tiefe Atemzüge und breite deine Arme dann zur Seite aus. Atme nochmal vorbereitend ein und mit der nächsten Ausatmung kippst du deine Füße nach links, sodass dein rechter, geflexter Fuß Richtung Boden wandert. Deinen Kopf kannst du leicht anheben, auf die gegenüberliegende Seite drehen und dann wieder ablegen. So bleibst du in deiner Halswirbelsäule gerade ausgerichtet. Bleibe hier für ein paar Atemzüge und komme mit einer Einatmung wieder zurück in die Mitte. Ziehe beide Knie zu dir ran, mache ein kleines Päckchen, bevor du zur zweiten Seite wechselst.

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Mobilisation für Nacken, Schultern:

Komme in einen aufrechten und bequemen Sitz deiner Wahl (Schneidersitz oder Fersensitz, gerne unterstützt mit einem Kissen oder Yogablöcken). Deine Schultern sind tief und nach hinten gerollt und dein Scheitel zieht Richtung Himmel, das Kinn hat eine Tendenz zum Brustbein.

Von hier kannst du deinen Kopf abwechselnd auf die linke und auf die rechte Seite neigen. Oder nach vorne, dein Brustbein bleibt dabei angehoben. Oder du kannst deinen Kopf auch vorsichtig in den Nacken legen. Mache die Bewegungen, die dir gut tun. Du solltest deinen Kopf nur nicht im Nacken kreisen.

Deine Schultern kannst du abwechselnd nach vorne und nach hinten kreisen lassen. Entweder beide Schultern gleichzeitig oder abwechselnd, wie beim Kraulen.

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Gedrehter Stuhl (Parivritti Utkatasana):

Ausgangshaltung ist die Berghaltung, Tadasana. Stelle dich aufrecht hin, dein Fußgewölbe ist dabei aufgebaut. Heißt, deine Ferse und dein Großzeh- und Kleinzehballen sind geerdet. Die Kniescheiben zeigen nach vorne und die Knie sind gleich gebeugt. Dein Becken ist neutral ausgerichtet. Stelle dir hierzu dein Becken wie eine Wasserschüssel vor, bei nichts nach vorne oder nach hinten überlaufen darf. Meistens muss das Becken leicht nach hinten gekippt werden. Aktiviere hier dein Mula Bandha (Beckenboden) und dein Uddiyana Bandha (Bauchnabel nach innen und oben ziehen). Dein Brustbein strebt nach vorne und oben, während deine Schultern tief und nach hinten gerollt sind. Deine Handflächen zeigen nach vorne und dein Kinn ist leicht zum Brustbein gezogen. Ziehe nun deinen Scheitel zum Himmel und deinen Steiß zur Erde.

Nun darfst du deine Füße ganz schließen und dich einmal tief setzen. Das Brustbein bleibt angehoben und dein Becken nach hinten gekippt. Das Gewicht ist dabei eher auf deinen Fersen.

Strecke von hier deine Arme Richtung Boden aus, die Handflächen berühren sich und nimm sie auf die linke Seite deiner Oberschenkel. Von hier öffnest du mit der Einatmung deinen linken Arm zur Seite nach oben und mit der Ausatmung treffen sich die Handflächen wieder. Achte darauf, dass dein Becken ganz gerade ausgerichtet bleibt und sich während der Rotation nicht verschiebt.

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Gedrehte Katze:

Ausgangslage ist der Vierfüßlerstand. Deine Hände sind weit aufgefächert und direkt unter deinen Schultern platziert. Deine Knie sind hüftschmal und ebenfalls direkt unter den Hüften. Der Blick ist zu Boden gerichtet. Mit der Einatmung öffnest du deinen linken Arm zur Seite und mit der Ausatmung fädelst du ihn unter deinem rechten Arm durch, bis du mit deiner Schulter und Schläfe auf der Matte aufkommst. Achte darauf, dass dein Becken immer noch direkt über deinen Knien ausgerichtet ist.

(auf dem Bild hätte ich mein Becken tatsächlich noch ein Stück weiter zurück Richtung Fersen schieben können...)

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Pranayama (Atemtechniken):

Durch die Atmung nehmen wir neue Lebensenergie (Prana) in unsren Körper auf und können uns von Giftstoffen befreien.


Ujjayi-Atmung:

Der Ujjayi-Atem wird auch als ozeanischer Atem bezeichnet, weil der Reibelaut in der Kehle an ein Meeresrauschen erinnert. Oft wird die Atmung auch als siegreicher Atem bezeichnet, da durch den Ujjayi-Atem die Konzentration auf sich selbst begünstigt wird, was die "wilden Gedanken besiegt". Außerdem sorgt die Atemtechnik für gereinigte Atemwege und befreit von überschüssigem Schleim. Bitte übe den Ujjayi-Atem bei Bluthochdruck nur sehr sanft. Ansonsten kann die Ujjayi-Atmung dein ständiger Begleiter während deiner Yogapraxis sein sowie im Alltag.


Für den Ujjayi-Atem kannst du dir vorstellen, dass du eine Glasscheibe anhauchen würdest. Atme dafür ganz normal über die Nase ein und hauche beim ausatmen eine imaginäre Glasscheibe an. Wenn dir das Gefühl in deiner Kehle und das Geräusch dazu vertraut sind, kannst du die gleiche Technik auch mit geschlossenem Mund üben. Wenn dir auch dies vertraut ist, kannst du den Ujjayi-Atem auch während der Einatmung praktizieren.

Deine Rippenbögen weiten sich bei jeder Einatmung und schließen sich bei jeder Ausatmung wieder.

Kurz bevor du ganz ausgeatmet hast, ziehst du einen Bauch leicht nach innen und oben. Und es folgt die langsame und tiefe Einatmung.


Kapalabati:

Komme in einen aufrechten und bequemen Sitz deiner Wahl (Schneidersitz oder Fersensitz, gerne unterstützt mit einem Kissen oder Yogablöcken). Lege deine rechte Hand auf deinen unteren Bauch. Mit deiner linken Hand kannst du das Pran-Mudra formen. Nimm hierfür deinen Daumen und deinen Zeigefinder zueinander und lege die Hand bequem auf deinem Bein ab. Nimm deinen Fokus nun wieder auf die rechte Hand und nimm wahr, wie sich deine Bauchdecke mit jeder Einatmung hebt und bei jeder Ausatmung wieder senkt.

Für die Kapalabati Atmung atmest du vorbereitend ein und mit der Ausatmung ziehst du deinen Bauchnabel kraftvoll nach innen, sodass die Luft aus deiner Nase ausströmt. Für die Einatmung lässt du einfach nur die Spannung in deinem Bauch los, die Einatmung ist also passiv. Dein Körper nimmt sich genau so viel Atem, wie er braucht. Mache so ein paar Mal weiter und achte darauf, wie es dir dabei geht. Wenn es für dich reicht, atme nochmal passiv ein, halte deinen Atem dann an und atme ruhig und vollständig aus. Spüre nach.


Thymusdrüse klopfen:

Die Thymusdrüse sitzt direkt hinter deinem Brustbein. Durch sanftes Klopfen auf dein Brustbein kannst du die Drüse aktivieren, die u.a. das Immunsystem anregt.

 

Fazit:


Wir sind der typischen Erkältungszeit also nicht schutzlos ausgesetzt, sondern können unsere Gesundheit ein Stück weit beeinflussen und mit der Natur leben.


Und wenn es einen doch einmal erwischt hat, gibt es auch die ein oder andere Möglichkeit, das Ungleichgewicht im Körper wieder auszugleichen.


Alles Gute und bleibt gesund :)


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